Weltgebetstag am 5. März 2021

Veröffentlicht am 12. Februar 2021

Zum diesjährigen Weltgebetstag laden die Mitarbeiterinnen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Kirchlengern und Stift Quernheim herzlich in die offene Stiftskirche ein. In der Zeit von 15.00 – 19.00 Uhr ist dort Gelegenheit, Bilder, Musik, Informationen zu Vanuatu zu bekommen. Der Inselstaat im Südpazifik hat die diesjährige Gottesdienstordnung und das Thema vorbereitet. Vanuatu ist ein Südseeparadies, 83 Inseln zwischen Australien, Neuseeland und den Fidschi Inseln. Es gibt dort wunderbare, paradiesische, tropische Natur – doch Vanuatu ist auch weltweit das Land, das am stärksten den Gefährdungen durch Naturgewalten und dem Klimawandel ausgesetzt ist. Zyklone schlagen dort immer häufiger auf. Der Meeresspiegel steigt und steigt. Vanuatu liegt zudem im pazifischen Feuerring, mit mindestens sieben aktiven Vulkanen und regelmäßigen Erdbeben.

Coronabedingt ist es leider nicht möglich, einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern, deshalb die Einladung, sich einen Eindruck von Vanuatu bei einem Besuch in der Kirche zu verschaffen, dort eine Kerze anzuzünden und ein stilles Gebet zu sprechen. Die Kollekte für die Frauen in Vanuatu kann ebenfalls dort abgegeben werden. Die Besucherinnen können sich die Gottesdienstordnung mitnehmen und am Abend den Fernsehgottesdienst damit verfolgen und mitfeiern. Als kleines Geschenk liegt für jede Besucherin ein Samentütchen bereit. Es soll ein Zeichen der Verbundenheit mit den Frauen in Vanuatu sein, sich gegen Artensterben und Klimawandel einzusetzen. Den ganzen Sommer über können uns dann die Blumen an die Frauen in Vanuatu erinnern und gleichzeitig ein Paradies für Insekten und andere Insekten bieten.

Ein Fernsehgottesdienst ist am 5.3.21 um 19.00 Uhr auf Bibel TV zu sehen, ebenso kann man den Gottesdienst ganztägig online sehen, im Internet unter www.weltgebetstag.de.

Worauf bauen wir?

– so lautet das Motto des Weltgebetstages.

Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Stei­gende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbel­stürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegenzuwirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Die Nutzung von Einwegplastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen.

Keine Frau im Parlament

Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten ver­kaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten 2.300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal ge­walttätig geworden sei.

Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden. Oder in Indonesien, wo Frauen neben ökologischem Landbau lernen, welche Rechte sie haben und wie sie um deren Einhaltung kämpfen.

Auch hier in Deutschland will der Weltgebetstag in diesem Jahr für das Klima tätig werden. Deshalb gibt es für jede Besucherin eine kleine Samentüte mit einer bienenfreundlichen Mischung, die dazu beitragen soll, Lebensraum für Bienen zu schaffen und die Artenvielfalt zu erhalten.  

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Alleine in Deutschland werden rund um den 5. März 2021 hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen. Mehr Informationen: www.weltgebetstag.de

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