Kirchen-Kult(o)ur – Gemeindefahrt zu Taufengeln in der Region Vlotho

Veröffentlicht am 16. Oktober 2014

Nach zwei Ganztagsfahrten (zu „Krippen im Münsterland“ und nach Rietberg – mit Kloster Varensell und Bibeldorf) ging es bei der dritten Gemeindefahrt 2014 erst um 14 Uhr los – weil man gar nicht so weit fahren musste. „Taufengel in der Region um Vlotho“ hieß nämlich das Ziel dieses Nachmittags am 19. September 2014.
22 Mitfahrer/innen um Pastorin Eva-Maria Schnarre, fuhren mit dem Bus eine Route ab, die eigentlich vom Kirchenkreis Vlotho als „Fahrradtour“ konzipiert worden ist, aber auch auf diese Art „eine Reise wert“ war.
Zuerst ging es in die Kirche nach Porta Westfalica-Holzhausen, wo der erste der vier „Taufengeln“ zu bestaunen war. Über einem modernen Taufbecken schwebte dort fest ein Engel, der als Taufbecken eine große Muschel in Händen hielt.

In der Kirche Porta Westfalica-Holzhausen

In der Kirche Porta Westfalica-Holzhausen

In der Kirche Porta Westfalica-Holzhausen

In der Kirche Porta Westfalica-Holzhausen

Taufengel in der Kirche von Porta Westfalica-Holzhausen

Taufengel in der Kirche von Porta Westfalica-Holzhausen

Leider ist er nicht mehr absenkbar und aktiv zu benutzen, wie Pfarrer Schierbaum erzählte, der sich für eine Weile Zeit genommen hatte, um etwas über seine Kirche zu erzählen. Aber nicht nur eine „Besichtigungsfahrt“ sollte diese Tour werden, sondern die „Engel“ sollten insgesamt im Zentrum dieser Fahrt stehen. So wurde in den Kirchen von Engeln in biblischen Geschichten gehört, von Engel-Erfahrungen berichtet, Lieder gesungen, der „evangelischen Engelfrömmigkeit“ nachgespürt – u. a. in Luthers Morgen- und Abendsegen…

Taufengel in der der Autobahn-Kirche Exter

Taufengel in der Autobahn-Kirche Exter

An der zweiten Weg-Station, der Kirche in Exter, begegnete man nicht nur dem zweiten der „Taufengel“, sondern in dieser als „Autobahnkirche“ benutzten kleinen Kirche und dem angrenzenden Gemeindehaus auch einer großen Offenheit und erstaunlichen Gastfreundlichkeit. Auf einem extra als Picknick-Platz eingerichteten Platz genoss man bei herrlichem Herbstwetter mitgebrachten Kaffee und Kuchen. Danach ging es weiter nach Vlotho-Valdorf. In einer äußerlich der Kirche in Holzhausen sehr ähnlichen Kirche war dort in Valdorf aber „alles anders“, wie alle gleich beim Hereinkommen staunend bemerkten.
Zur 750-Jahr-Feier vor einigen Jahren hatte die ev. Kirchengemeinde ihre Kirche nämlich von einem Künstler komplett neu gestalten lassen. Die Mitfahrer/innen ließen ein modernes Altarbild, eine alternative Farbgestaltung und die helle Atmosphäre des Kirchenraumes auf sich wirken

Altarraum in Valdorf

Altarraum in Valdorf

– und lauschten dann den Erklärungen von Pastorin Schnarre zur Tradition der Taufengel in nördlichen Teilen Deutschlands und angrenzenden Ländern. Dort waren sie, vor alle um die Mitte des 18. Jahrhunderts noch, weit verbreitet und entlockten den Gottesdienstbesuchern dann ein „himmlisches Staunen“, wenn sie von der Decke zur Taufe herunter gelassen wurden und so zwischen die versammelte Gemeinde „schwebten“.
„Das ist heute noch so“, bestätigte Pfarrer Beyer, der die Besuchergruppe aus Kirchlengern herzlich begrüßte und dann genau das möglich machte, indem er den „Taufengel“ herab senkte. So konnten ihn alle ganz nah sehen und kaum einer, der ins liebevolle Gesicht dieses dritten „Taufengels“ blickte, zweifelte daran, dass dieser Himmelsbote noch heute Kleinkindern bei der Taufe regelmäßig zum Lächeln bringt, wie der Valdorfer Pfarrer berichtete. „Sie fühlen sich von ihm angesehen und willkommen geheißen und freuen sich darüber.“
In der Kirche in Valdorf

In der Kirche in Valdorf


Taufengel in der Kirche Valdorf

Taufengel in der Kirche Valdorf


Taufengel in Kirche Valdorf

Taufengel in der Kirche Valdorf

Letzte Station der Tour war dann die Kirche St. Stephan in Vlothos Innenstadt, wo man endlich dem Geheimnis des „schwangeren Taufengels“ auf die Spur kam, wie es als „Beobachtungsaufgabe“ während der ganzen Fahrt im Raum gestanden hatte. Dieser vierte „Taufengel“ trägt nämlich ein Gewand, dessen Faltenwurf eine Schwangerschaft vermuten lassen könnte – so jedenfalls einen blinden jungen Mann, der ihn bei einer Führung „ertasten“ durfte.

In der Kirche Vlotho

In der Kirche Vlotho

Das wagten auch einzelne aus der Gruppe der Gemeindefahrt-Teilnehmer/innen. Der Küster der Kirchengemeinde hatte sich bereit erklärt, den Absenkmechanismus zu betätigen. Und als Gewittergrollen den Aufenthalt in St. Stephan etwas verlängerte, nahm auch er sich Zeit für die Gruppe und es war viel Gelegenheit, „Taufengel“ und Kirche zu betrachten.
Taufengel in der Kirche in Vlotho

Taufengel in der Kirche in Vlotho

Da das Gewitter sich aber doch schnell wieder verzog, war es möglich, „trockenen Fußes“ das Restaurant „Alt Heidelberg“ zu erreichen. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Fußgängerzone von Vlotho wartete dort ein „bayrisches Büffet“ auf die Mitfahrenden. In gemütlicher Runde war man sich schnell einig, dass es ein gelungenes Miteinander an dem Tag gewesen war und man viel Nachdenkenswertes und Glaubensstärkendes gemeinsam hatte erleben dürfen und nun mit nach Hause nahm.
Nächste Gemeindefahrt: „Stätten religiösen Lebens in Herford“ am Freitag, dem 28.11.2014 – mit anschließendem Besuch des Weihnachtsmarktes in Herford. Anmeldungen bitte im Gemeindebüro.